Köln live stream: Richard Siegal «All for one and one for the money»

Typisch Richard Siegal: In einer Zeit, in der das Wort «Streaming-Theater» viele mürrisch aufknurren lässt, da trumpft der Choreograf auf. Längst ausgewiesener Experte für Digitales und Hightech, liefert er eine Uraufführung, die kein hilfloses Ersatzprogramm ist, sondern ein speziell für den virtuellen Raum kreiertes Ballett. Oder eigentlich: eine live stattfindende und global ausgestrahlte Gaming-Social-Media-Chat-Performance.

Der Zuschauer muss sich entscheiden. Er hat die Wahl zwischen gleich drei Streams. Stream 1: Tanz von Siegals Kompanie Ballet of Difference.

Stream 2 und 3: Schauspiel. Da sitzen Alexander Angeletta und Yuri Englert vom Schauspiel Köln vor Mikrofonen. Um sie herum flimmert die bunte Animationswelt von Computerspielen. Klassiker wie «Minecraft» und «Pokemon» sind dabei, oder das verstörend gruselige Schwarz-Weiß-Spiel «Limbo» mit einem kleinen Jungen, der durch einen bedrohlichen Schattenwald huscht. Auf Yuri Englerts Kopf räkelt sich gemütlich eine virtuelle Katze, während er in seinem Game herumklickt und sich ein digitales Alter Ego kreiert. Was gleich die große Frage der Identitätsverschleierung in der Gaming-Kultur aufwirft, aus der bekanntlich auch ...

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Tanz Januar 2021
Rubrik: Kritik, Seite 32
von Nicole Strecker

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