komm, lach mit mir

Eine Aufforderung zum Tanz

Yvonne Rainer betitelte 2006 ihre Autobiografie mit dem Statement «Feelings Are Facts». Emotionen als Tatsachen, als Fakten, als: Realitäten! Diese These beinhaltet in einer Nussschale ein ganzes Manifest der künstlerischen Arbeit Rainers: die Aufhebung der Grenzen zwischen Kunst und Alltagsleben; die Anerkennung der gesamten Skala von Emotionen, Erfahrungen, Erinnerungen als performative Akte. Bewegung und Emotionen sind für Rainer zwei parallele, mitunter auch gegenläufige Dimensionen von Wirklichkeit.

Die Widmung ihrer Memoiren deutet darauf hin: «For Ivan, who came running … / and Audrey, who laughs …». Laufen und Lachen. Zwei Arten der Bewegung, zwei sehr unterschiedliche Körperäußerungen, die nicht möglich sind ohne eine höchst fein abgestimmte Synchronisation multipler motorischer und neuronaler Prozesse – und zwei Aktionen, die wesentlicher Bestandteil sozialer Kommunikation sind.

Gehen, Laufen oder Stehen sind als elementare Bewegungsformen von Tanz und Choreografie oft reflektiert. Jedoch Lachen? Kann man Lachen – als Affektäußerung, als Körperphänomen – als ein Tanzen denken? In der Emotionsforschung und in der Gelotologie, der Wissenschaft vom Lachen, werden eher die ...

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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: Kleine Anlässe, große Wirkung, Seite 118
von Gabriele Brandstetter