Tanzträume

heißt der neue Kinofilm über Pina Bauschs «Kontakthof. Mit Teenagern ab ‹14›»

Jugendliche tanzen «Kontakthof» von Pina Bausch.

Dieser Dokumentarfilm von Anne Linsel und Rainer Hoffmann kommt ins Kino, weil jeder (außer ein paar Jugendliche in diesem Film) die große Pina Bausch kennt, weil es ein Wiedersehen ist mit der freundlichen, unprätentiösen, kettenrauchenden, im Juni letzten Jahres verstorbenen Pina Bausch, weil – wie schon bei «Rhythm Is It!» mit Royston Maldoom – gezeigt wird, wie Teenager in 90 Minuten erwachsen werden und Verantwortung übernehmen (der Traum aller geplagten Eltern), aber auch, weil diese Halbwüchsigen hier nicht als sozial schwache, vaterlose Minderheiten kurioser Herkunft dargestellt werden, sondern als Menschen, die in ihrem Leben etwas erlebt haben: den Tod des Vaters bei einer Gasexplosion, das Aufwachsen mit vier Brüdern als Roma und Muslime in einem christlich-zigeunerlosen Wuppertal, als Vertriebene aus dem Kosovo, die sich im Westen durchsetzen müssen. Man sieht Jo Ann Endicott, wie sie 2008 gemeinsam mit Bénédicte Billiet Pina Bauschs «Kontakthof mit Teenagern ab ‹14›» einstudiert und als Erstes zu einer jungen Frau sagt: «Du musst einen Fokus haben». Sie antwortet: «Ich habe noch nie getanzt.» Endicott verlangt von ihr ein «ernstes Lachen». Sie traut sich nicht. Endicott sagt: «Hab Spaß da-ran, wo hast du das sonst in deinem Leben.» ...

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Tanz März 2010
Rubrik: Medien, Seite 60
von Arnd Wesemann

Vergriffen