kent nagano
Schon mehrfach hatte John Neumeier, Ballettintendant und Chefchoreograf des Hamburg Ballett, angeregt, Olivier Messiaens «Turangalîla-Sinfonie» als Ballett auf die Bühne zu bringen. Bisher hatten die Erben – dem Wunsch des Komponisten entsprechend – eine Tanzproduktion mit diesem Werk ausgeschlossen. 1968 nämlich hatte Roland Petit das Werk in Paris choreografiert und dabei einen Streit um das Libretto ausgelöst, in dessen Folge Messiaen die weitere Verwendung der Partitur untersagte.
Dass Neumeier dieses Projekt nun doch verwirklichen kann, ist maßgeblich Kent Nagano zu verdanken, dem neuen Generalmusikdirektor der Hamburgischen Staatsoper. Nagano hat bei Messiaen gelernt, dessen Œuvre vielfach dirigiert und eingespielt – und noch dazu einen persönlichen Draht zur Familie des 1992 verstorbenen Komponisten. In Hamburg nimmt er sich trotz seines übervollen Kalenders Zeit für ein Gespräch.
Kent Nagano, Sie sind in Kalifornien geboren und aufgewachsen, haben dort auch studiert. Doch eine entscheidende Episode ihrer frühen Laufbahn ließe sich – mit George Gershwin – «Ein Amerikaner in Paris» übertiteln. Was hat Sie 1984 in die französische Kapitale gezogen? Das war Olivier Messiaen. ...
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Tanz Juli 2016
Rubrik: menschen, Seite 14
von Bernd Feuchtner
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Sie haben in den letzten 18 Jahren 42 Premieren und 26 Uraufführungen herausgebracht und wahrscheinlich das ästhetisch am weitesten gespannte Repertoire der Republik entwickelt. Für Aufsehen haben dabei eher die Erstaufführungen als die Neukreationen gesorgt – der erste Forsythe-Abendfüller bei einer anderen Kompanie, der erste Cunningham, das erste Bausch-Stück …...
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