zürich: Peeping Tom: «Vader»

Der Vater ist nicht ganz neu. So einer saß schon in «Le jardin» von Peeping Tom, 2001, verkörpert von Simon Versnel. Aber das Brüsseler Choreografenpaar Franck Chartier und Gabriela Carrizo rollte noch selber über den Rasen, so ein Fleckchen Grün, das einem spießigen Eigenheim eine eigene Außenwelt verspricht und das Pärchen ins jauchzend-verzweifelte Schleudern bringt, derweil ihnen noch ein Mann im Nacken sitzt als bucklicht Männlein, Nachbar, Onkel, Vater und übers Altwerden jammert.

Heutzutage kullern und taumeln andere Tänzer in den Stücken von Chartier und Carrizo – Tänzer, die sich in Extreme krümmen und im zähen Widerstand gegen die Zumutungen des Lebens winden und wirbeln. Die humorvoll schauerlichen Begegnungen von Mensch und Wahn führt jetzt «Vader» fort, uraufgeführt beim Koproduzenten Theater im Pfalzbau in Ludwigshafen.

Versnel ist diesmal der angejahrte Sohn eines alten Vaters, ein formal gekleideter, gestresster Angestellter, der seinen hippyesken Papa, Leo De Beul, in eine Art Heim einliefert, wo der springlebendige Alte krumm und still wird und im Rollstuhl landet. «See you on Monday», ruft der traurige Sohn, der den Alten väterlich zum Benimm ermahnt, im ...

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Tanz Juli 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 50
von Melanie Suchy