münchen: Terence Kohler: «Helden»

Helden sehen anders aus. Zum Schluss haben denn auch die beiden Titanen das Nachsehen, die sich zwei Akte lang gleichsam in den Haaren liegen. Allein Athena Parthenos triumphiert, während sich ein blau-weiß aufschimmerndes Kabelknäuel wie ein futuristisches Sonnengeflecht auf die Bühne senkt.

Das tut es auch am Anfang, kaum dass das Allegro aus dem «Concerto Grosso Nr. 3» von Alfred Schnittke erklingt und damit eine Musik, die alles andere als Festigkeit signalisiert. Die Töne sind aus dem Lot, und die Klangkonturen scheinen zu verschwimmen.

Das hätte einem «Helden» wie Prometheus eigentlich zu denken geben müssen. Doch Lukás Slavicky tanzt «schön riefenstahl-muskulös», wie Manuel Brug trefflich beschreibt, mit vielen Sprüngen und einer Spannung, als könnten ihm die göttlichen Mächte nichts anhaben. Tatsächlich bringt er den Menschen das Licht. Von LED-Lampen an ihren Armen bestrahlt, scheint es, als trügen sie ein Feuer in ihren Händen.

Erleuchtet sind sie davon allerdings nicht. Immer wieder winden sie sich am Boden. Gäbe es nicht zwischendurch eine Lehrstunde, für die sich rosalie fluoreszierende Segel-Skulpturen hat einfallen lassen, täten sie’s wahrscheinlich noch heute. Viel ...

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Tanz Juni 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 40
von Hartmut Regitz