monte carlo: Jean-Christophe Maillot: «Casse-Noisette Cie»

Noch ist der Vorhang nicht ganz gelüftet, aber zumindest Knie abwärts erhascht man einen Blick auf das Ballett. Anjara Ballesteros ist zu sehen, die nicht nur die Clara verkörpert, sondern später auch Cendrillon, La Belle, Juliette. Noch suchen ein paar «Zuschauer» gestikulierend ihre Plätze, da spielt sie schon vor dem Orchestergraben mit einem kleinen Theater, das sie als Präsent zu Weihnachten erhalten hat.

Wie bei John Neumeier, dessen Solist Jean-Christophe Maillot vor langer, langer Zeit einmal gewesen ist, wird sich Clara hineinträumen in ihre «Nussknacker»-Geschichte, sobald sich der Vorhang endlich gehoben hat. Kein Wunder, ist sie doch wie geschaffen fürs Ballett: Vater und Mutter leiten offenbar einen Wanderzirkus, der sich zwar «Casse-Noisette Compagnie» nennt, aber ein größeres Repertoire pflegt. So wird im ersten Akt ein Stück geprobt, das der «Serenade» von George Balanchine stellenweise zum Verwechseln ähnlich sieht. Später erinnert die Klassiker-Produktion «La Poule et l‘arbalète» daran, dass die verunglückte «Schwanensee»-Uraufführung anno 1877 ein gewisser Wenzel Reisinger choreografiert hat, und der war zeitweilig Zirkusdirektor. Und den zweiten Akt: Den erklärt ...

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Tanz Februar 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 42
von Hartmut Regitz