gelsenkirchen: Annett Göhre: «Goldfisch-Variationen»

Das Plastikfischlein baumelte kürzlich in Kassel beim Tanztheater in einem leeren Goldfischglas und war wenigstens ehrlich absurd. Hier schillert es in einem Glas Wasser, und man durchschaut den Schein in etwa so: Der Fisch hat mehr zu sagen, außer einen Kalauer zu Johann Sebastian Bachs ­großartigen «Goldberg-Variationen» zu liefern, außer der Stumme, Kleine, Eingesperrte zu sein neben hundertmal auf- und abtretenden Tänzern.

Die Choreografin Annett Göhre macht mit dem 13-köpfigen Ensemble, das nach Bernd Schindowskis Weggang in Gelsenkirchen in der Interimsspielzeit die Stellung hält – und nun Ballett im Revier heißt –, eine Art lustiges Stück. Bei den 32 Kurzszenen unter dem Titel «Goldfisch-Variationen» weiß man einfach nicht recht, was sie variieren. Das Leben in seinen harmlosen Einzelteilchen? Die Ein­fallslosigkeit von Choreografen, die Tanztheatermomente à la Pina Bausch auf die Bühne basteln?

Da johlt eine Gruppe Männer im Anzug einer Frau im roten Kleid hinterher und verteilt eine Reihe Küsschen an die Damen. Frauen mit Badekappen und dicken Backen machen Schwimmen. Im Nebel und in langen Kleidern gehen alle zu Tangoklängen die Diagonale und heben dann, am Bühnenrand ...

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Tanz Februar 2012
Rubrik: kalender und kritik, Seite 38
von Melanie Suchy