Bochum: «Einer flog über das Kuckucksnest»

Samir Akika: «Einer flog über das Kuckucksnest» in Bochum

Ein Handzeichen von Oberschwester Rached genügt, und die Patienten fallen in Trance. Ein Blick – und ein Junge fliegt durch die Luft. Zischt sie ihm Laute entgegen, krümmt er sich wie unter Schlägen. Das Monster mit Engelsgesicht verkörpert das menschenverachtende System in der Anstalt. Samir Akika verleiht Rached (Lotte Rudhart) in seiner Adaption von «Einer flog über das Kuckucksnest» manische Züge und magische Kräfte. Die Idee ist verrückt – und genial: das Stück aus dem Tollhaus als Tanztheater.

Akika bezieht sich auf das Theaterstück von Dale Wasserman nach dem Roman von Ken Kesey (1962), der durch Milos Formans Verfilmung mit Jack Nicholson 1975 Kultstatus erlangte.

Als Chef der Tanzsparte am Theater Bremen ist der Franzose mit algerischen Wurzeln mehr denn je der Cineast unter den zeitgenössischen Choreografen – diese Inszenierung macht er in Koproduktion mit dem Schauspielhaus Bochum. Dafür hat er sich eine Besetzung von zehn Tänzern zusammengestellt, teils aus seinem Bremer Ensemble Unusual Symptoms, teils aus dem in Bochum residierenden Street-Art-Label Renegade.

Im Roman verarbeitete Kesey seine Erlebnisse als Aushilfspfleger in einer Psychiatrie in Kalifornien, wo die ...

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Tanz Januar 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 32
von Bettina Trouwborst