augsburg: Michael Pink: «Das Bildnis des Dorian Gray»

Einer, der Handlungsballett kann, wird gehandelt wie eine schwarze Perle. Als solcher wird nun Michael Pink in Augsburg angepriesen. Der Engländer war Tänzer beim Royal Ballet und leitet in den USA das Milwaukee Ballet, wirkt also in der Geburtsstadt John Neumeiers.

Für sein Augsburger Debüt kehrte er zurück zu dem, was vielleicht den Kern seiner Sehnsucht in der amerikanischen Provinz ausmacht: zur giftigen Essenz englischen Humors, dem Dandy und Spötter Oscar Wilde, dem kein Bonmot zu sarkastisch (oder zu platt) war, dass er es nicht einer seiner literarischen Figuren in den Mund gelegt hätte. Lord Henry ist so einer, der mephistophelische Einflüsterer des Dorian Gray, der jede Sottise als Sinnspruch verkauft.

«Das Bildnis des Dorian Gray» also. Man hat sich den vorweihnachtlichen Coup etwas kosten lassen. Von Tobias PM Schneid stammt die Originalmusik. Schneid mag Mahler und Ravel, was man seiner Komposition durchaus anhört. Er hat Sinn für Theaterdonner, ohne dass er ins rein Illustrative oder gar Plakative abglitte. Solche Momente wie die Schlussapotheose, wenn Dorian zerknirscht auf sein Konterfei einsticht, weiß Dirigent Roland Techet auszukosten, indem er ...

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Tanz Januar 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 34
von Eva-Elisabeth Fischer