mainz: pascal touzeau «romeo und julia»

Für den Ballettchef des Mainzer Staatstheaters darf es gern immer noch ein bisschen mehr sein. Glamour muss her. Da ist der in Bordeaux geborene Choreograf durchaus französisch. Bei seinem neuen Ballett «Romeo und Julia» zur Musik von Sergei Prokofjew musste der ehemalige Forsythe-Tänzer mit viel weniger auskommen. Seine Kompanie hat nur zwanzig Tänzer. Und um wenigstens die sechs notwendigen Hornisten für das Orchester zusammenzukriegen, kratzte Touzeau Geld bei privaten Gönnern zusammen.

Was sind auch schon Hindernisse? Touzeau verzichtet einfach auf ein Corps de ballet, vermeidet geschickt alle Symmetrien, setzt stattdessen aufs organisierte Chaos. «Der klassische Tanz ist der Baumstamm, die Blätter sind die Kompanie», sagt Touzeau. Und lässt seine Truppe statt in geordneten Reihen schwungvoll kontrolliert durcheinanderwirbeln. Jeder Tänzer hat sein eigenes solistisches Programm. So wirkt die Bühne voll, nie überfüllt.

Es gibt keinen russischen Theaterzauber oder Kulissen-Schnickschnack, lediglich Metallgerüste, eine Art Laufsteg, zwei schwarze Würfel und einen Glaskasten. Diese Kästen stehen für die Häuser der berühmten verfeindeten Familien oder je nach Bedarf auch ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2011
Rubrik: kalender, Seite 43
von Natalie Kurth