nürnberg

goyo montero «cyrano»

Irgendwann steht mächtig der Mond über der Bühne – und explodiert genau in dem Moment, als die begehrte Roxane und der schöne Christian sich das Jawort geben. Gerade hatte Cyrano de Bergerac, der Mann mit der berühmten langen Nase, seinem Widersacher, eben jenem Christian, geholfen, die Schöne überhaupt zu erobern: mithilfe der französischen Originalstimme von Gérard Depardieu aus dem Film «Cyrano de Bergerac» (1990).

Aber nicht nur, dass es gerade Ballett-Mode ist, Depardieu-Filme zu zitieren wie zuletzt Jörg Mannes in Hannover (tanz 1/15); ebenso modern ist es, Handlungsminiaturen nicht mehr aus dem Theater, sondern aus dem Nichts, aus einer «Keimzelle» zu entwickeln, wie der 40-jährige Choreograf Goyo Montero das nennt.

Am Anfang ist da bloße Leere. In diese Leere setzt Montero einen uniformen Vogelschwarm, der wie in einem Kanon jede Bewegung mit Zeitverzögerung kopiert, sodass wellenförmig genau der eindrückliche Schwarmgehorsam aus 26 Tänzerkörpern entsteht, den man sonst in choreografischen Avantgarden von Hofesh Shechter bis Sharon Eyal bewundern kann. Nun also auch am Staatstheater Nürnberg, dessen Tanzkompanie Montero leitet.

Bei Bühnenmondschein fallen Röcke aus heiterem ...

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Tanz Februar 2015
Rubrik: kalender, Seite 43
von Arnd Wesemann