jugendballett: john neumeier...

...und sein Hamburg Ballett werden im Sommer eine achtköpfige Juniorkompanie anschieben, die sich der Bund binnen vier Jahren 2,8 Millionen Euro kosten lässt. Sage noch einer, im Tanz gebe es keine cleveren Lobbyarbeiter: «Bundesjugendballett» heißt das Gebilde, das acht Tänzer zwischen 18 und 23 Jahren versammelt, die mit eigenem Repertoire auf Tournee gehen, vor allem aber an Spielorten jenseits des Theaters – «Schulen, Museen, Altersheime oder sogar Gefängnisse» – tanzen sollen. «Ein wichtiger sozialer Aspekt», heißt es.

Neumeier hatte die Idee einer Youngster-Truppe zwei ­Jahrzehnte lang durch alle Politkanäle der Hansestadt navigiert, ehe ein ­CDU-Bundesparlamentarier bei der Kursänderung in Richtung Hauptstadt behilflich war. Womit aus dem Hamburger ein Berliner Projekt wurde, was ein paar Grundsatzfragen aufwirft. ­Martin Eifler, der zuständige Referatsleiter beim Bundesbeauftragen für ­Kultur und Medien, sieht das Vorhaben als «Spitzenförderung im Bereich des Tanzes für den bundesweiten ­Nachwuchs». Heißt im Klartext: Alle deutschen Hochschulen sollen das Ensemble bestücken, seine Vorsteher eben deshalb für choreografische Vielseitigkeit und Exzellenz sorgen – darum fließe ...

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Tanz Mai 2011
Rubrik: menschen, Seite 28
von Dorion Weickmann