Jochen Ulrich

Linz

Es gibt einen sehr schönen Moment in Jochen Ulrichs Ballett «Campo Amor» am Linzer Landestheater: Wenn sich im Bühnenhintergrund ein Kulissenvorhang herabsenkt, der das Bild einer zuvor nur angedeuteten Theaterruine vervollständigt. Da spiegelt sich das Theater in sich selbst, als Raum und als Illusion, die das Innere des berühmten Kinos und Theaters Campo Amor in Havanna zeigt: als Ruinenkulisse.
Ulrich hat sich viel Mühe gegeben mit dieser neuen Arbeit, die vom Publikum der oberösterreichischen Landeshauptstadt erfreut aufgenommen wurde.

  Nach einem filmhaften Projektionsvorspann mit Titel und Text, der von einer getragenen Stimme aus dem Off vorgelesen wird, quillt eine große weiße Stoffblase aus dem Orchestergraben, der allerlei Figuren entspringen. Sie tanzen zu Monteverdis live gespieltem und gesungenem «Il Combattimento di Tancredi e Clorinda». Einer der Sänger thront gar im Zentrum eines Fadenkreuzes auf einem Hochsitz.
Auf Monteverdi folgt als Orchestersuite und Klaviersolo Philip Glass’ «The Hours» und dann Purcells «Arie des Genius der Kälte», die durch Klaus Nomis überirdische Interpretation zu einer Pop-Nummer geworden ist.
Die Protagonisten Tancredi und Clorinda ...

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Tanz Juni 2008
Rubrik: Der Kalender, Seite 44
von Helmut Ploebst

Vergriffen
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