Jenseits

choreografiert gern die Natur ihrer Spezies. Wie in «House of Mrs Wilson». Das bewohnen Eigenbrötler, also Finnen

Maßgeblich ist der Mensch. Der Höhe, Breite, Länge nach. Danach richtet er sich ein. Gern bequem. Seit gut zehn Jahren choreografiert Jenni Kivelä so die Natur ihrer Spezies. In «Red-Letter Days», «Ylva-lii and Other Stories», «Master Detectives» und «House of Mrs Wilson». Menschen, also Finnen, sind ganz schön anpassungsfähig. Eigenbrötler qua Geografie, ballen sie sich gern gegen Dunkelheit und Kälte in den Städten. Wortkarg werden sie da zu Experten in Körpersprache. Exzellentes Publikum für Jenni Kiveläs Tanztheater.

Lassen wir die Vergleiche mit der Sasha Waltz ihrer Anfänge. Die war nie so geschmeidig und relaxt wie Kivelä. Wo wir albern werden oder intensiv auf Krampf, entspannen sich Kivelä und ihre Kompanie, die Kind People. Sind nachdenklich, ohne zu grübeln und lustig, ohne laut zu werden. Ihre Texte sind ein bisschen versponnen. Ist die Autorin und Choreografin ja auch. Was man so denkt in langen Wintern unter der Sonnenlampe. So wie die den Alltag rings beleuchtet, schaut auch Jenni sich darin um: hell, warm, wertfrei, klar.
Am 13. Mai in der alten Kabelfabrik Zodiak in Helsinki hat «Last Laugh» Uraufführung. Dem Programm nach die kleinste Vorstellung der Welt über die ...

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Tanz März 2009
Rubrik: Jenseits, Seite 74
von Katja Werner

Vergriffen