der widerspenstigen zähmung

Ein Franzose inszeniert in Moskau eine britische Komödie um ein italienisches Paar – mehr Internationalität geht kaum. Jean-Christophe Maillots moderne Shakespeare-Adaption erwärmt selbst Bolshoi-Traditionalisten das Herz

Es kommt nicht so oft vor, dass ein Ballett über alle Gräben von Generation und Gesinnung hinweg Begeisterung auslöst. Jean-Christophe Maillot ist das mit seiner Fassung von William Shakespeares «Der Widerspenstigen Zähmung» am Bolshoi gelungen. Die Premiere der exklusiven Produktion war – echte Rarität – ein voller Erfolg, wurde von Jung und Alt, Progressiven und Konservativen gleichermaßen gefeiert. Für die Jugend war sie «cool» und «super», für die Erwachsenen moderat modern, verständlich und schlüssig. Und für alle zusammen: amüsant, überzeugend, kurzweilig und klar.

Die Inszenierung wurde nicht nur im Shakespeare-Jubiläumsjahr produziert, vielmehr ist 2014 auch ein Jahr des Kulturaustauschs zwischen Russland und Großbritannien. So hatte das Royal Ballet Kenneth MacMillans «Manon» nach dem Roman von Abbé Prévost in Moskau gezeigt, nun legte das Bolshoi eben mit dem englischen Fabel-Klassiker nach – in der Version eines Franzosen.

Carte Blanche nach Cranko

Jean-Christophe Maillot, der seit 22 Jahren die Ballets de Monte Carlo leitet, hat lange nichts an anderen Häusern inszeniert. In Moskau waren als Gastspiele von ihm «Roméo et Juliette», «Cendrillon» sowie «Daphnis et Chloé» zu ...

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Tanz Oktober 2014
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Violeta Mainiece