Jaroslaw Jurasz: "Alexis Zorbas"
Jaroslaw Jurasz
«Alexis Zorbas»
Unvergesslich die Schlusssequenz aus Michael Cacoyannis’ Film von 1964, in der Alexis Zorbas alias Anthony Quinn den Sirtaki tanzt. Alles hat er nach dem Zusammenbruch seiner Seilbahn verloren, nur nicht seine Lebensfreude. In Halberstadt dampft Jaroslaw Jurasz die 360 Seiten von Nikos Kazantzakis’ Roman auf ihren tanzbaren Extrakt ein. Aber die knorrige Allwettergestalt, die grandios den Moment ihrer Empörung genießt, erschließt sich dem Ballett nur schwer.
Kordula Kirchmair-Stövesand entwarf für die zwei Akte eine mediterran helle Szenerie aus wendbaren Haus-Kabinetten und setzt Projektionen ein.
Schon im ersten Bild, einem Sirtaki-Traum hinter flirrender Kurtine, zeigt sich: Was leicht gedacht ist, wird von besonders dramatischer Musik gestützt. Im ersten Akt steht Irineos Triandafillous Partitur, 2006 für ein Theater seiner griechischen Heimat entstanden, mit ihren Entwicklungen und Betonungen den choreografischen Intentionen aber eher im Weg. Darum macht sich Jurasz langsam frei von ihr, zeichnet und führt lieber die Figuren: Die stolze Witwe, vom Wirtssohn angeschmachtet, fühlt sich zu Zorbas’ schüchternem Schriftsteller-Freund Nikos hingezogen, ...
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