heinz spoerli

wollte in diesem Jahr aufhören. Jetzt bleibt er doch noch zwei weitere Jahre Direktor des Zürcher Ballets - um dem klassischen Tanz eine Bastion zu bewahren.

Heinz Spoerli,
in einem Interview aus dem Jahr 2006 sagten Sie, Sie hätten Angst um das Ballett, dass es von den Bühnen verschwinden könnte. Geben Sie Entwarnung, oder sehen Sie diese Gefahr immer noch? Diese Befürchtung habe ich weiterhin. Genauer gesagt: Der künstlerische Tanz ist gefährdet. Mir geht es nicht um die Frage: klassischer oder moderner Tanz. Ich habe Angst, dass der Bühnentanz uniformer wird und die Vielseitigkeit wegbricht.

Wie könnte man das verhindern? Das Wichtigste ist, die Ausbildung zu erhalten.

Es geht in meinen Augen um das Alphabet; es ist egal, zu welcher Sprache das Alphabet gehört, sei es Russisch oder Polnisch oder Englisch. Es muss immer ein ­Alphabet gelernt werden: Das kann der klassische Tanz sein, genauso gut der Modern Dance. Ich persönlich finde, dass das Studium des klassischen Tanzes immer noch die beste Voraussetzung für junge Tänzer darstellt. Hat man hier eine gute Basis, kann man sich die modernen Alphabete leicht und sicher aneignen.

Wie beurteilen Sie die zeitgenössischen Ansätze? Der gegenwärtig gängige konzeptuelle Ansatz mag Künstler hervorbringen, doch dabei wird der Körper nicht mehr ausgebildet. Das ist meine Hauptsorge. Oder nehmen ...

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Tanz Juli 2010
Rubrik: menschen, Seite 23
von Klaus Kieser

Vergriffen