independence

Die Lichttänzer des palästinensischen Künstlers Steve Sabella

«Es war meine erste Choreografie», sagt der 39-Jährige stolz vor den Bildern, die er 2013 arrangierte. Aber «nein, nur weil ich aus Jerusalem stamme, sind das keine Aufnahmen aus dem Toten Meer». Und noch einmal nein, der Titel «Independence» spiegele keine politische Haltung, etwa die Forderung nach Unabhängigkeit für sein seit 1948 in Okkupation lebendes Volk. Steve Sabella, Sohn einer christlich-arabischen Familie, hielt es in Palästina sowieso nicht aus. 2007 ging er ins Exil, zunächst nach London, 2010 weiter nach Berlin.

Dort, an der Akademie der Künste, wurde er soeben mit dem Ellen-Auerbach-Preis für Fotografie geehrt.

«Gib deinen Gedanken Freiheit», empfiehlt er. Und lässt einen allein mit seinen Fotowerken, die etwas vorstellen, das man fast einen «Widerort» nennen möchte. Es ist nicht Wasser, es ist keine Bühne, nicht mal ein Unort, in dem seine Figuren, ja, was, tanzen?, fliegen?, schwimmen? Es scheint nicht so, als ob ihre Bewegung sie irgendwohin bewegen würde. Vielleicht denkt man deshalb an Tanz. Und wieder nicht, weil es aussieht, als würden ihre Bewegungen sie auch nicht selbst bewegen. Ein Ort, der Bewegung derart infrage stellt, hat es verdient, ein Widerort ...

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Tanz Januar 2015
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Arnd Wesemann

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