tommi kitti

Er ist der weiße Mann mit dem schwarzen Blut. Im nördlichsten Finnland bewahrt er den Blues: Tommi Kitti, eine Tänzerlegende am Ende der Welt

Tommi Kittis Leben ist an einer Wegscheide. Der 54 Jahre alte Tänzer und Choreograf könnte wohl immer so weiter tanzen. Oder nach Lappland gehen, um frei zu sein – von all den Erwartungen, die die finnische Tanzwelt an ihn richtet. Seit den Neunzigern ist er auf Tour, hat die Welt mit seinen Solostücken «Credo» und «A Trip» durchstreift, sie danach mit Gruppenarbeiten wie das in Bagnolet prämierte «Ensemble of Four» durchmessen. Er wurde zum Botschafter des finnischen Tanzes, nur die Wegscheide war bereits ausgeschildert.



Vor ein paar Jahren zwangen ihn Knie- und Knöchelprobleme, die ­Bühne zu verlassen. Choreograf blieb er. Es gibt keinen Kniff, den er seinen Tänzern nicht vormacht, um jene von Rhythmen durchpulste Bewegungsqualität zu erzeugen, die ihm vorschwebt. Nun schwindet ihm die Virtuosität.

Als Tommi Kitti in Bagnolet 2000 die Weihen des Choreografen erhielt, gründete er seine erste Kompanie. Da war er schon 44. Tommi Kitti & Co bewahrt heute die besten seiner Stücke auf, auch seine Klassiker «Credo» und «A Trip». Erbin ist seine Tochter Unna, die jüngere seiner beiden Kinder, die zwölf begabte Tänzer ihres Alters um sich versammelt hat. Für die Kompanie schuf Kitti ...

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Tanz August 2010
Rubrik: menschen, Seite 46
von Auli Räsänen

Vergriffen