hans werner henze

Der Komponist ist Hauptdarsteller bei «Ruhr.2010». Wie kein zweiter Vertreter der Neuen Musik beschäftigte er sich mit dem Ballett, schuf zahlreiche Kompositionen für den Tanz. Erinnerungen an den Großen der Zunft

In den frühen Nachkriegstagen, in denen Hans Werner Henze sein Leben künstlerisch wie individuell auszurichten begann, hatte er kaum ein Ballett in vollem Glanz auf der Bühne gesehen. Doch Igor Strawinskys Musik suggerierte es ihm; Strawinsky wurde zur künstlerischen Zentralsonne für den jungen Henze. Die Oper hatte in Henzes Augen abgewirtschaftet, diskriminiert durch Richard Wagner und den um ihn in Bayreuth betriebenen ideologischen Kult. Was Henze zu dieser Zeit vorschwebte, war etwas ätherisch, aber durchaus nichts ästhetisch Neues: die Ballettoper.

Bevor Henze jedoch «Boulevard Solitude» schrieb, sein «Manon-Lescaut»-Ballett in Opernform, war er dem Ballett schon auf ganz andere Weise buchstäblich hautnah gekommen.

 

Allmählich wuchs der junge Mann aus dem dörflichen Westfalen, am 1. Juli 1926 in Gütersloh geboren, aufgewachsen im ländlichen Senne, in die Weltläufigkeit hinüber. Früh schon, gleich nach dem Krieg, hatte er sich dem Theater als Korrepetitor angedient: Er half am Stadttheater Bielefeld bei der Einstudierung von Opern und spielte das Klavier beim Exercice.

 

In Darmstadt-Kranichstein, im Zentrum der Neuen Musik, das Henze später wie die Pest meiden sollte, war ...

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Tanz April 2010
Rubrik: traditionen, Seite 52
von Klaus Geitel

Vergriffen