hagen: «tanzquartett»

fernando, goecke, rebeck, soto «tanzquartett»

Das Ensemble hier: tipptopp trainiert. Die Gastchoreografen: entweder Stars oder «future celebrities». Doch die Zukunft: gruseldüster. Es ist die alte Leier: Die Kommune ist klamm, jetzt soll das Theater ran. Bis Redaktionsschluss hat sich noch kein Intendantenscherge gefunden, der in Hagen die jüngste Sparauflage von 1,5 Millionen Euro, also etwa zehn Prozent des Etats, ab 2018 erfüllen will. Der Umgang der Stadt mit den Künstlern muss unüberbietbar geringschätzig und kommunikationsverweigernd sein.

Und die Totspar-Drohung beschädigt nicht nur das jahrelang durch Direktor Ricardo Fernando mühsam aufgebaute Renommee des unprovinziell guten Provinzballetts. Sie verwandelt Kunst in Menetekel.

Jedenfalls beim kurz nach Bekanntwerden der städtischen Pläne gezeigten Abend «Tanzquartett»: Die zerbrechlich-versehrten Körper in Raimondo Rebecks Choreografie, die nervös-zappeligen Freaks von Marco Goecke, die erotisch verlöschenden Tänzerinnen von Cayetano Soto, ja selbst Ricardo Fernandos selbstverschwenderische Tango-Aficionados – alles unfreiwillige Metaphern für die Angst vor dem Ballett-Exitus in Hagen. Nur: Was in Wirklichkeit schnöde, dumm und nervtötend ist, sieht auf der Bühne ganz ...

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Tanz Juli 2016
Rubrik: kalender und kritik, Seite 37
von Nicole Strecker

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