Graz

Die wahre Fortbildung findet im Sommer statt. In Graz, bei Reims, in Frankfurt und Warschau treffen sich Künstler und Wissenschaftler und diskutieren die ästhetische Zukunft des Tanzes mit einem klaren Blick auf politische und philosophische Fragen des Körpers in der Gesellschaft

Denken in der Kunst hat keinen guten Ruf. Einerseits. Zu viel konzeptueller Tanz, zu kopfiges Theater, all das in-progress-Zeugs, zu wenig Schönheit, zu wenig Gefühl, zu wenig Fleisch und Blut. Andererseits: Denken in der Kunst steht hoch im Kurs. Kaum ein Theater, das sich nicht ein Lab gönnen würde, eine Akademie, ein educational oder research programme. Manifesta, documenta, Sommerakademien ... Bildung überall.


Ist es die Aufgabe eines Festivals, das seine Steuergelder für die Präsentation von Kunst bekommt, zu forschen, Wissen zu vermitteln, Diskurse zu forcieren? Wa-rum nicht auf’s Kerngeschäft konzentrieren: Vorhang auf, Vorhang zu?
Die Choreografien, Performances, Konzerte, Ausstellungen, Texte eines Festivals stehen in einem Verhältnis zueinander oder werden in ein Verhältnis gebracht. Dieses Verhältnis ist Diskurs, verbal und non-verbal. Ein Netz an Verbindungen, Widersprüchen, Konfrontationen und Ergänzungen. Untereinander und darüber hinaus. Bei Ausstellungen ist das jedem bewusst, bei Festivals gerät das manchmal aus dem Blick.

Welche Aufgabe hat ein Festival, wenn nicht einfach ein Eventfeuerwerk zu sein?
Nachhaltigkeit, Aufbauarbeit, Nachwuchspflege ist für jedes ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2006
Rubrik: Sommeruniversitäten, Seite 90
von Florian Malzacher

Vergriffen
Weitere Beiträge
Was finden Tänzer im Web?

Jede Kompanie und viele Tänzer haben ihre eigene Homepage. Man findet sie nur nicht. Das ist die große Stunde der sogenannten Internet-Portale. Seit April diesen Jahres ist www.dance-germany.org von der Kultur­stiftung des Bundes unter der Redaktion von Wilma Schrader online. Es handelt sich im Wesentlichen um eine Datenbank mit Kurzportraits von Choreo­grafen,...

Bat-Dor closes its doors

Israel’s last surviving modern repertoire company – founded by Baroness Batsheva de Rothschild three years after she had foun­ded Bat­sheva Dance Company – has closed its doors, after 38 years of activity.
The Bat-Dor Dance Company which knew better days, suffered from artistic and economic difficulties, for the past fifteen years, that worsened after the death of...

Zürich

So eine Schulvorstellung ist neu. Statt einer endlosen Reihe von langweiligen Finger- und Fußübungen, von Kürzestausschnitten aus den üblichen verdächtigen Ballettschinken und schnuckeligen Auftritten der Kleinsten im Tutu besticht die tanz akademie Zürich mit einer hochkarätigen Darbietung ihrer Schüler. Da wirbeln etwa in Birgit Scherzers Choreografie «Keith» die...