die sprache der gefühle

Kunst erzeugt Emotionen. Längst wird interdisziplinär dazu geforscht: auf der Suche nach den «Languages of Emotion»

Tanz und Musik können die ganz großen Gefühle aus uns herauskitzeln: Wenn Zuschauer sich bei Béjarts «Boléro» vor Leidenschaft verzehren oder leise schluchzen, kaum dass «Giselle» das letzte Mal für ihren Geliebten tanzt, hat der Verstand Sendepause. Emotionen sind eine ziemlich komplizierte Sache. Viele Systeme in Gehirn, Körper, im Bewussten und Unbewussten spielen mit. Wissenschaftler fasziniert es, die Gefühle zu erforschen, die beim Kunstgenuss entstehen.

«Häufig haben wir bei einem guten Film oder einem Konzert viel intensivere und vielfältigere Emotionen als in unserem Alltag», sagt der Hirnforscher und Musikpsychologe Stefan Koelsch vom Cluster «Languages of Emotion» der Freien Universität Berlin.

Doch wie entstehen Gefühle? Koelsch und seine Arbeitsgruppe haben eine Theorie der menschlichen Emotionen geschaffen: die Quartett-Theorie. Vier Hirn-Systeme sind die Quellen von Emotionen. Alle Systeme beeinflussen sich gegenseitig: Sie triggern die physiologische Erregung, die Ausschüttung von Hormonen und automatische Reaktionen des Körpers. Auch die Motorik hat ihren emotionalen Ausdruck: im freudigen, traurigen oder zornigen Gesicht oder im Impuls zu fliehen, wenn uns etwas ...

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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: Gefühle, Affekte, Emotionen, Seite 43
von Susanne Rytina