gedruckt: superamas

Es gibt Schriften, die machen allein deshalb Spaß zu lesen, weil man sehr fasziniert ist von jedem einzelnen Autor, der eine Liebe zum französisch-flandrisch-österreichischen Performancekollektiv Superamas entdeckt hat, sich diese aber schlicht nicht erklären kann. «Dieses schamlose Ausstellen männlicher Stereotypen, diese sexistischen Attitüden» (Elke Van Campenhout). Oder: «Was sollte ich dazu denn sagen?» (Koen Kwanten).

Irgendwo zwischen einer «magischen» Anziehung und einem natürlichen Fluchtreflex liegt die wahre Faszination (Helmut Ploebst) für eine Gruppe, deren Mitglieder keine Namen haben und wirken wie Abziehbilder aus dem Understatement-Fernsehen für Analphabeten.

So etwas zwingt natürlich zu gewissen Deutungen, etwa: Macht nicht auch Fernsehen durch das restlose Fiktionalisieren von Realiät sogar glücklich (Pieter T’Jonck)? Oder: Wo zum Teufel versteckt sich hier die Kunst (Jeroen Peeters)? Die «BIG»-Trilogie (2002–06) von Superamas ist also perfekt dazu geeignet, dem Schreibtrieb Zucker zu geben, um zum Beispiel anhand von Superamas festzustellen: Medien folgen archaischen Ritualen, das Theater vergoldet sie zu einem intellektuellen Event. Wer diese Superamas aber ...

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Tanz Februar 2011
Rubrik: medien, Seite 57
von Arnd Wesemann

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