Gabriel Prokofiev
Seit 1977 gibt es im Fernsehen eine Rateshow, die sich «Ich trage einen großen Namen» nennt. Wie Marius Stravinsky, der den neuesten Abend des Staatsballetts Berlin dirigiert, wären Sie dafür sicher ein geradezu idealer Kandidat. Sicher fragt Sie jeder: Sind Sie etwa der Enkel von Sergei? Ja, jeder fragt das. Tatsächlich bin ich vom Fernsehen bereits kontaktiert worden, habe allerdings abgesagt. Marius Stravinsky kenne ich; wir sind uns einmal begegnet.
Während er allenfalls weitläufig mit Igor Strawinsky verwandt ist, bin ich ein direkter Nachkomme von Sergei …
… Prokofjew, dem das Ballett beispielsweise den Evergreen «Romeo und Julia» zu danken hat. Genau, und ich bin einer seiner Enkel. Allerdings hat die Generationsfolge große Sprünge gemacht. Mein Vater Oleg, seines Zeichens Maler, Bildhauer und Dichter, wurde 1928 geboren. Ich kam 1975 in London zur Welt, hatte allerdings einen älteren Bruder …
… nämlich Sergei O. Prokofieff, der die französische Schreibweise seines Nachnamens wählte und so etwas wie ein Guru der An-throposophie war. Ja, 1954 in Moskau geboren, ist er vor drei Jahren in Dornach einer Krebserkrankung erlegen.
Zurück zu Ihnen: Sie sind Brite, haben nicht nur ein ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz März 2017
Rubrik: Menschen, Seite 20
von Hartmut Regitz
Abends um 20 Uhr ist die achtspurige Avenida Francisco Bicalho, die das Zentrum von Rio de Janeiro mit dem Hafen verbindet, ein düsterer Ort. Kaum Straßenbeleuchtung, kein Mensch zu sehen, die Autos rasen wie ferngesteuert über den Asphalt. Außer den Bussen hält hier keiner, schon gar nicht freiwillig. In diesem urbanen Niemandsland liegt die Quadra der Unidas da...
Ausstellung
Depot Erbe
Wer bestimmt, was bleibt? Welche Choreografien werden in die Zukunft
weitergereicht, welche nicht? Wer sortiert, was künftig zu sehen sein wird und was nicht? Was leicht ersetzbar wäre, kann auf jeden Fall schon mal weg. Oder nicht? Auf dem Bühnenboden zur Choreografie «9000 Steps» von Joanne Leighton (Foto) wurden 2016 zwei Tonnen Salz...
Mainz
tanzmainz festival #2
Es ist erst das zweite Mal, dass Mainz den internationalen Tanz feiern darf – mit den Klassikern unter den Zeitgenossen wie Cie. Käfig, Marie Chouinard und Aterballetto, aber auch mit formidablen Neuentdeckungen. Eine davon heißt Joan
Clevillé: Der Schotte erkundet in «Plan B for Utopia» mit viel Bewegungswitz die Konsequenzen im Fall...
