freiwild

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Freie Tänzer und Choreografen, so ist zu fürchten, fürchten nichts mehr als ihre Freiheit. Zwar finden alle, künstlerische Freiheit sei etwas sehr Schönes. Aber als Basis für die eigene Existenz scheint sie nur wenig zu taugen. Im Tanz sieht man es daran, wie oft das Wörtchen «Freiheit» sich paart mit dem strengen Ausdruck der «Disziplin». Freiheit sei etwas, das erst eintreten könne, sobald man den Körper ganz und gar beherrsche. Freie Improvisation, erklärte erst kürzlich eine Klaviervirtuosin, sei das Ergebnis jahrelanger Schinderei vor dem Notenblatt.

Für sie sei Freiheit das schöne Gefühl, «ans Ende der Sklaverei zu gelangen».

Wäre es so, wie sie sagt, müsste der «freie Tanz» ein Club der absoluten Meister sein. Die Wahrheit ist, dass Künstler, sobald sie sich frei nennen, nur die Freiheit von jenen hierarchischen Stadttheater-Strukturen genießen, in denen Künstler ihre Kunst gegen festen Lohn tauschen. Freie Kompanien verzichten dagegen schon mal auf ihre Gage, sobald einer ihrer Anträge auf Förderung ins Leere läuft.

In unserer Kultur ist das Wörtchen «frei» eher als Vorsilbe geläufig, etwa bei Freigängern oder in der Freizeit. Freie Kompanien, wie wir sie heute kennen, sind ...

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Tanz Mai 2016
Rubrik: warm-up, Seite 1
von Arnd Wesemann

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