freiheit

Afshin Ghaffarian ist Tänzer und Choreograf mit Leib und Seele. Bei Islamisten kommt so etwas gar nicht gut an. Vom Mullah-Regime verfolgt, floh er 2010 nach Europa. Nun choreografiert Akram Khan das Leben des Iraners – als Film

Akram Khan erinnert sich: «Als mein Telefon klingelte, war es drei Uhr morgens. Richard Raymond war dran, der Filmproduzent. Ich wollte auflegen, er aber flehte: Hör dir bitte diese Geschichte an! Nur zwei Minuten! Was soll ich sagen? Ich biss voll an!» Die Geschichte, die Raymond dem Choreografen erzählte, hat sich wirklich zugetragen. Es ist die Geschichte von Afshin Ghaffarian: 1986 im iranischen Mashhad geboren, 2010 nach Europa geflohen, in Paris ansässig und immer noch – ein leidenschaftlicher Tänzer und Choreograf.

Das verbindet ihn mit Akram Khan, den Richard Raymond nicht grundlos aus dem Bett klingelte. Ghaffarians Geschichte ist ein Filmstoff, wie ihn kein Drehbuchschreiber erfinden kann: Ein junger Künstler bietet einem repressiven Regime die Stirn, schart andere um sich, hält sich an keinerlei Verbot, sondern macht Wirbel – bis er inhaftiert, von den Schergen des Systems verprügelt wird und schließlich flieht, um sein Leben zu retten. Und seine Kunst.

Bei den Filmfestspielen in Cannes 2012 stellte Richard Raymond das Film-Projekt vor, das Ghaffarians Schicksal zum Leinwand-Epos macht: «Desert Dancer», derzeit noch in der Postproduktionsphase, soll im Lauf des Jahres in ...

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Tanz Juni 2013
Rubrik: tanzkongress, Seite 64
von Thomas Hahn

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