freiheit

war das Ideal des zeitgenössischen Tanzes. Nun haben sich Richtungen etabliert, die nicht mehr nur ästhetisch wirken, wie das Buch «Tanztechniken 2010» beweist.

Zahlreiche, meist sehr freundliche Nachrufe sind zum Jahreswechsel auf den «Tanzplan Deutschland» erschienen. Bei vielen lösen sie ein gewis­ses Bedauern aus: «O Gott, wo geht er denn nun hin, der zeitgenös­si­sche Tanz?» Gegenstimmen gibt es auch. Sie freuen sich, jetzt sei es mal gut mit einem Tanzprogramm, bei dem sich komplizierte Bürokratien kommunaler und staatlicher Fiskalverteiler zusammensetzen müssen, nur um Künstlern überhaupt die Freiheit zur Kunst schenken zu können. Ist Freiheit so kompliziert? Tja, es scheint so.
 
Manchmal hat man aber auch Glück.

Dann trifft man auf eine wirklich andere Meinung. Sie geht so: Jede Politik neige dazu, immer nur diejenige Kunst zu tolerieren, die ihren eigenen Interessen diene. Diese Ansicht vertritt die Choreografin Amy Rahman aus Bangladesch.

Das mag weit weg sein, auch wenn Bangladesch, eine Abspaltung von Indien, die Bengalen derart in Ost und West teilt wie einst die Deutschen. In diesem Land setzt man wie die meisten Nationen auf identitätsstiftende Kunst, die man wie überall «Klassik» nennt. Hier wie da steckt(e) das nation building hinter den ursprünglichen Absichten der Kulturförderung, um wahlweise Identität zu behaupten und zu ...

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Tanz Februar 2011
Rubrik: praxis, Seite 64
von Arnd Wesemann

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