warum forsythe fußball liebt

Improvisieren geht nicht ohne Not. Improvisieren ist eine Kunst und eine Gefahr für jedes choreografierte Werk. Ein soeben erschienenes Buch erklärt, warum sie geschmäht wurde, und rehabiliert die Improvisation als Kunst.

Es gibt Menschen, die geraten ohne Not in Not. Sie sind nicht organisiert, tun nicht, was andere tun. Andere haben einen Plan, gehen jede Bewegung in Gedanken durch, bevor sie ausgeführt wird. Sie erinnern sich, sagt man, permanent an die Zukunft, sie versuchen sich zu merken, was sie als Nächstes tun. Was sie erledigen, erledigen sie sinnvoll: kein Schritt zu viel. Sie denken an alles, um sich das Denken zu ersparen.

Die Planmäßigkeit ihres Tuns besteht aus lauter Unterlassungen: Sie vermeiden Umwege, bedenken mögliche Hürden und frühere Faux-pas, lenken ihre Schritte in der Hoffnung, in keine Not zu geraten. Denn würden sie in Not geraten, ohne Not, weil sie etwas vergessen haben, ihren Schlüssel, die Geldbörse, den Reisepass – müssten sie improvisieren.

Improvisation hat einen schlechten Ruf. Sie scheint vermeidbar zu sein. Natürlich lässt sich mit Hilfe einer Scheckkarte die Tür öffnen, wenn der Schlüssel von innen steckt, das ist die Notlösung. Wer aber nimmt Notlösungen beim Bereinigen der Umweltkatastrophe durch einen Konzern wie BP noch ernst? Die improvisieren nur. Man frage doch lieber, warum die Not überhaupt eintrat: wegen fehlender Vorstellungskraft, die der Zukunft ...

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Tanz August 2010
Rubrik: ideen, Seite 86
von Arnd Wesemann

Vergriffen