Flugangst?

Wie ein Kamikaze schlägt Li Wei ein – der Körpervirtuose aus Beijing stellt die Performing Arts auf den Kopf.

Li Wei
der 1970 geborene und in Beijing lebende Künstler, hat riesigen Erfolg auf dem internationalen Kunstmarkt. Ähnlich wurde nach dem Fall der Mauer auch die Neue Leipziger Schule berühmt. Man kaufte und sammelte die einfache Lesbarkeit des bis dato Fremden, die Rückkehr des «Realismus», das Unverrätselte der Kunst. Die DDR, Schlupfwinkel der Andeutung, schien so verstehbar zu werden, wie nun auch China kein Blatt mehr vor den Mund nehmen würde. Die Antwort auf Glasnost sei: resolute Klarheit.

Das Ende des Doppeldeutigen
So deutlich wirken die Fotos von Li Wei.

Der kleine, drahtige Mann erinnert an Stuntmen der Hongkong-Filme und ihre Kampfkunst-Choreografien. Der virtuose Asiat als Überwinder der Schwerkraft. Ähnliches zeigen auch die akrobatischen Tanzshows aus China, die gerade durch Europa touren wie «Shen Yun – Chinese Spectacular» oder «Swan Lake» als Zirkusnummer. Die bildende Kunst widerspricht ihnen nicht. Virtuosität ist in einer Ideologie der restlosen Kontrolle immer ein Notausgang.

Die Wiederkehr des Doppeldeutigen
Wie ein Geschoss steckt Li Wei im Eis. Seine Körperhaltung ist perfekt. Wo unsereiner den Kopf in den Sand steckt, als Feigling, sehen Chinesen jedoch das ...

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Tanz April 2008
Rubrik: Tanzkunst, Seite 56
von Arnd Wesemann

Vergriffen
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