Farewell: Judith Percival

Nachruf auf Judith Percival

Judith Percival schrieb unter ihrem Mädchennamen Judith Cruickshank und unter ihrem Mittelnamen «Aylmer» für zahlreiche Tanzpublikationen und Zeitungen, darunter «The Guardian» und «The Stage» sowie Websites wie «Ballet Bag» und «danceviewtimes».

Die Witwe des renommierten Tanzkritikers John Percival stand zu dessen Lebzeiten publizistisch nicht selten im Schatten ihres Ehemanns. Dennoch profilierte sie sich zusehends mit Texten, die von umfänglichem Wissen, insbesondere im Bereich des klassischen Balletts, zeugten.

Überdies war Judith Percival international bestens vernetzt, hatte überall auf der Welt Freunde, die ihr Informationen über das jeweilige Tanzgeschehen vor Ort lieferten. Die sie, mit trockenem Witz gesegnet, in anregende Berichte verpackte. 

Seit den frühen 1970er-Jahren und dem offiziellen Debüt als Partnerin John Percivals begegnete ich ihr oft – und war beeindruckt von ihren prägnanten und wohlüberlegten Bemerkungen. Als man im zurückliegenden Mai an verschiedenen Orten und Stätten des Wirkens und Lebens von Sir Frederick Ashton und Dame Margot Fonteyn gedachte, wurde während der Festreden deutlich, wie maßgeblich sich Judith Percival für die beiden Ausnahmekünstler ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2016
Rubrik: Menschen, Seite 28
von Mike Dixon

Weitere Beiträge
Nach Mulhouse: Bruno Bouché

Vom Opéra-Tänzer zum Ensemble-Chef, beinahe in einem Sprung: Der kaum bekannte Bruno Bouché, 38, wurde am 1. September Nachfolger von Ivan Cavallari an der Spitze des Ballet du Rhin an der Opéra national du Rhin (Straßburg/Mulhouse/Colmar) und soll die in Mulhouse ansässige Truppe aus ihrer künstlerischen und medialen Versenkung befreien. Bouché verspricht mehr...

Montclair On Tour: «Figure a Sea»

Sage und schreibe sechs Bartträger auf der Bühne – das war einsamer Rekord beim Berliner Festival «Tanz im August». Errungen hat ihn das schwedische Cullberg Ballet mit «Figure a Sea»: Choreografie von Deborah Hay, Komposition von Laurie Anderson. Was nicht zuletzt jede Menge Künstlerkollegen ins Haus der Berliner Festspiele zog, schließlich handelt es sich bei den...

Rom: «Relative Collider»

Minimal Art ist nicht tot. Minimal Art macht weiter. Von Lisbeth Gruwez gibt es ein Meisterwerk dieses Genres, «AH/HA», das genauso beginnt wie dieser «Relative Collider» von Liz Santoro und Pierre Godard. Bei Gruwez wippt am Anfang nur das rechte Knie zum Knarzen einer Sprungfedermatratze. Aus diesem Wenigen folgen Wunder (tanz 10/14). Liz Santoros Gesellenstück...