Dramaturg

Faltet sich auf der Probebühne unauffällig zusammen und bleibt auch sonst am besten unsichtbar. Stimmt nicht, sagt Esther Dreesen-Schaback im Gespräch

Esther Dreesen-Schaback, Dramaturgen haben einen notorisch schlechten Ruf, gelten allenfalls als brauchbare Textlieferanten fürs Programmheft. Was hat Sie an diesem Beruf gereizt?
Ich habe als Jugendliche intensiv Ballett trainiert, wollte aber unbedingt Literatur studieren. Während des Studiums war mir schnell klar, dass ich fürs Theater arbeiten will. Da gab es grundsätzlich zwei sinnvolle Möglichkeiten: entweder in die Kritik oder in die Dramaturgie zu gehen.

Variante eins schied aus: Als Kritikerin habe ich mich nie gesehen, weil ich überhaupt nicht den Mut hätte, ein Stück auf die Schnelle zu beurteilen, jedenfalls nicht in Form einer regelrechten Kritik. Stattdessen habe ich die Dramaturgie als Kreuzungspunkt zwischen Literatur und Tanzbühne für mich entdeckt und darauf alle Karten gesetzt. Was, wie ich im Lauf der Zeit festgestellt habe, für den eigenen Lebensentwurf nicht ganz problemlos ist, weil der Beruf hohe Mobilität voraussetzt. Mir sind Freundschaften und Bindungen sehr wichtig, von daher leide ich bei jedem Umzug. Im Übrigen finde ich es gar nicht anrüchig, Texte fürs Programmheft zu liefern – das gehört für mich zum geschätzten Kerngeschäft.

Wo setzt dieses ...

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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Karrieren im Theater, Seite 28
von Dorion Weickmann