Ekstase
Trance und Ekstase sind für uns Kontrollverluste. Für Burkhard Gladigow in seinem soeben erschienenen Buch «Religionswissenschaft als Kulturwissenschaft» (Kohlhammer) ist Trance eine Besessenheit von außen. Ekstase dagegen ein Heraustreten nach außen. In Trance gerät man etwa durch einen Dämon.
Dieser Wahn mag noch an eine überwundene Form archaischer Religiosität erinnern. Aber er bleibt bloßer Wahn, wenn etwa der haitianische Voodoo-Kult im Westen nur diffamiert wird. Denn wer außer sich ist, gerät außer Kontrolle.
Und was in westlicher Vorstellung außer Kontrolle gerät, muss per se katastrophisch sein.
So unterscheidet auch Mary Douglas in «Ritual, Tabu und Körpersymbolik» (Fischer 1974) in zwei gesellschaftliche Modelle: Gesellschaften der rituellen Praxis (etwa der Katholizismus) verfügen ihr zufolge über eine hohe Bewusstseinskontrolle und eine große Differenzierung in der symbolischen Vergegenwärtigung der transzendenten Ordnung. Den Kulturen der Trance hingegen gesteht sie einen äußerst informellen Charakter zu. Umso schwächer eine Gesellschaft strukturiert ist, um so schneller werde von ihr die Trance als religiöse Ausdrucksform respektiert.
Gabriele Brandstetter hat in ...
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