Sie erinnern sich?

Sie haben den Herrn auf dem Cover schon einmal gesehen? Es ist George Balanchine, der Vater des modernen Balletts. Eine Legende, um die so viele Legenden ranken, dass man die Erinnerung an ihn bald nicht mehr von der Erfindung unterscheiden kann. Was haben Sie, liebe Leserin, lieber Leser, vor knapp zwei Jahren etwa um diese Zeit gemacht? Hielten Sie etwa ballet-tanz in der Hand und dachten, was macht der Hummer mit dem Balanchine? Dann haben Sie jetzt ein Déjà-vu, das keins ist. Sie halten eine Zeitschrift in der Hand, die es wagt, denselben Titel noch einmal zu drucken. Um Sie zu erinnern.

An was?
Keine Kunst ist flüchtiger als der Tanz. Ein Gemeinplatz. Keine Kunst muss so sehr dafür sorgen, sich an sich selbst zu erinnern, an die Tanzschritte, an die Choreografie. Alles ist so schnell vergessen. Darum scheint auch keine Geschichte jünger als die des Tanzes – weil er zwangsweise immer zeitgenössisch sein muss. Dabei tanzte der Mensch schon, da hatte er das Alphabet noch nicht erfunden.
Unzählige Ballette sind vergessen. Viele Rekonstruktionen funktionieren nicht, weil die Novität von einst heute wie ein alter Hut wirkt. Überschaubar bleibt die Zahl traumhafter Klassiker, bei ...

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Tanz August/September 2005
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Redaktion

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