auf dvd: Schwanensee

Immer wieder hat sich Heinz Spoerli auf «Schwanensee» eingelassen. Sein dritter Versuch aus dem Jahr 2005 ist das Ergebnis einer fast lebens­langen Beschäftigung. Beweist sich nicht gerade im Weglassen seine Kunst? Zürichs Ballettdirektor gelingt es, das Stück heutig erscheinen zu lassen, ohne seine Historie zu relativieren. Letztlich erzählt auch Spoerli «nur» eine Geschichte, doch im Verzicht auf alles Anekdotische geht er den Emotionen wirklich auf den Grund.

So kann es geschehen, dass der Prinz gleich in doppelter Hinsicht ein blaues Wunder erlebt: nicht bloß, weil Martin Gebhardt das ästhetische Ambiente Erich Wonders entsprechend herausgeleuchtet hat, sondern weil ihn seine Liebe überwältigt. Dieser Siegfried geht am Ende bewusst ins Wasser – und ­Spoerli findet für den Schluss eine szenische Lösung, die alles Äußerliche, alles Zeitliche völlig zum Verschwinden bringt. Nicht zufällig wirkt dieser «Schwanensee» symphonischer als andere Aufführungen.
Das mag zu großen Teilen an Vladimir Fedoseyev liegen, der das Züricher Opernorchester entsprechend motiviert. Das hat aber sicher auch mit einem Corps de ballet zu tun, das sich ganz der Musik ergibt. Umso poetischer, ...

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Tanz Juli 2010
Rubrik: medien, Seite 58
von Hartmut Regitz

Vergriffen