"Dunia"

Ägyptens Präsident Mubarak rettet «Dunia»

Hanan Turk ist mehr als eine Tänzerin. Jahrelang Ensemblemitglied der Oper der Stadt Kairo, hat sich die Ägypterin längst zu einer der ersten Darstellerinnen des arabischen Kinos entwickelt. Märchenhaft schön erscheint sie als Dunia dem bei einem Attentat erblindeten Beshir wie eine Lichtfigur. Diese Tochter einer legendären Tänzerin ist nach ihrem Literaturstudium auf der Suche nach ihrer weiblichen Identität. Nur durch den Tanz überwindet sie die Traumatisierungen des Körpers.

Ganz im Sinn sufistischer Tradition findet sie über das Wort zur Freiheit als Frau und zugleich zu einem Vergnügen der Sinne, das in einer islamisch geprägten Gesellschaft für einigen Sprengstoff gesorgt hat. Fast wäre der Film von Jocelyne Saab deshalb der Zensur zum Opfer gefallen. Erst ein Eingreifen von Präsident Hosni Mubarak höchstpersönlich hat seine Beschneidung verhindert. Denn genau das ist Dunias Thema, und zwar in mehrfacher Hinsicht. Geradezu schockierend die Szenen, die dies am Beispiel ihrer Nichte illustrieren. Und überwältigend schön jene, in denen sie Walid Aouni im orientalischen Tanz unterweist. So streng seine Exerzitien sind, dienen sie doch ihrer Selbstverwirklichung und einer Lust, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2007
Rubrik: Celebrities, Seite 26
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Meg Stuart zeigt «Blessed»

Regen, strömender Regen, Dauerregen auf der Bühne. Durch seine zerstörerische Wucht aus dem Bühnenhimmel knickt erst die aus Pappe geschnitzte Palme, dann sackt der aus Pappe gebaute Riesenschwan in sich zusammen. Zum Schluss gibt auch der einzige Schutz, eine Bushaltestelle aus Pappe, unter der Last des Regens nach. Sie begräbt den portugiesischen Tänzer Francisco...

Gregor Zöllig choreografiert «Vier Jahreszeiten»

Here we go again, Tanztheater. In Gregor Zölligs neuer Choreografie «Vier Jahrezeiten» tragen die Tänzer wieder mal Unterwäsche, legen ihre Gesichter in Blumenerde, oder kuscheln sich zu zweit in ikeabunt bezogene Decken (wohnst du noch, oder performst du schon?). Der Frühling ist voller Gefühle, der Sommer voller Hitze, der Herbst melancholisch und der Winter...

Charlotta Öfverholm mit «The Last Forecast»

“Kody Zivota/the Last Forecast” by Compagnie Jus de la Vie working in the Czech Republic who share a background at the British company DV8. “Kody Zivota” is Czech for human codes, and “the Last Forecast” quotes a poem by Harold Pinter. A mildly provocative piece, it calls into question boundaries of both a personal and a political nature. 

In keeping with its...