düsseldorf: ben j. riepe «hundstage»

Noch sind die schrillen Bilder von der fünfteiligen Performanceserie «Liebe Tod und Teufel – Aktion: Üben Schönheit zu sehen» im Kopf: die erotisch aufgeladenen Fantasiewesen, die kunstvollen Kostüme, die schönen Körper und die minimalistischen, elaborierten Bewegungen. Da liefert Ben J. Riepe seine neue Produktion «Hundstage» ab und irritiert mit einer völlig neuen Stilistik.

Die eingefrorenen Posen sind aufgetaut, die Akteure (vier Frauen und drei Männer) bewegen sich frei – und teilweise aggressiv – im Raum.

Von der schillernden Oberfläche hat sich der Folkwang-Absolvent genauso verabschiedet wie von kühler Ästhetik und eisigem Humor. Damit auch vom Einfluss VA Wölfls, mit dem er sich allzu oft vergleichen lassen musste.

In «Hundstage», benannt nach der heißesten Zeit des Jahres, dominieren Grautöne und Weltuntergangsstimmung. Ein Mann bricht weinend auf der Bühne zusammen, ein anderer gießt ihm Wasser über den Kopf, eine Frau drängt ihm ihren hungrigen Körper auf. Immer wieder spitze Schreie, angedeutete Vergewaltigung, Tänzerinnen auf extrem hohen Stöckelschuhen, die attackenartig Männer anspringen. Hitzig sind diese «Hundstage», andererseits ungewohnt ruhig. Auf zerstörerische ...

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Tanz Mai 2011
Rubrik: kalender, Seite 42
von Bettina Trouwborst