Düsseldorf: «b.28»
Verschwunden sind von den Bühnen die duftig-zarten Tüll-Kreaturen. Verschwunden die lieblichen Dämchen. Geblieben sind nur Dämonen, aggressive Fantasiekreaturen und sinister-sinnliche Vamps. Lauter schwarze Schwäne, ohne ihr puderweißes Pendant. Gerade das Ballett am Rhein ist bekannt für seinen grimmig-rabiaten, sexy Spitzenschuh-Einsatz. Dieses Talent scheint auch Choreograf Hubert Essakow an der Kompanie zu interessieren. Rotschimmernde Körper schälen sich aus dem Dunkel hervor wie glühende Kohlen.
Sie räkeln, rutschen, kriechen als amorpher Menschenklumpen über die Bühne, ihre Körper sind mehr hör- als sichtbar, weil Mikros die Bodengeräusche auffangen. «Tenebre», also «Finsternis», heißt die atmosphärisch faszinierende Choreografie des gebürtigen Südafrikaners, der beim Royal Ballet London und der Rambert Dance Company tanzte. Titelgemäß bleibt alles im Obskur-Schemenhaften. Frauen auf Spitzenschuhen, die Männer in irritierend femininen Trikots. Sie zeigen sich mit stets minikurzen und lustschmerz-gespreizten Bewegungssequenzen, ehe sie im Schatten, zwischen den Körpern der Kollegen verschwinden. Man hätte davon gern mehr gesehen, doch kaum dringt Licht in die Gemeinschaft, ...
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Tanz Juli 2016
Rubrik: kalender und kritik, Seite 36
von Nicole Strecker
Das Pariser Théâtre du Châtelet lädt sein Publikum zu einem dreiwöchigen Rendezvous mit dem New York City Ballet ein. Vom 28. Juni bis zum 16. Juli zeigen die Gäste im Rahmen des Festivals «Les Étés de la Danse» ein imposantes Programm, u. a. mit zwanzig Balletten von George Balanchine, Jerome Robbins, Peter Martins und anderen namhaften Choreografen. Das...
Prag, Stuttgart, Zürich, Stockholm, Amsterdam, Oslo, Helsinki, Straßburg, Berlin, Monte-Carlo, Seoul: Das ist die Liste der Städte, in denen Marc Ribaud in der Spielzeit 2015/16 gearbeitet hat. Meist war er zwei oder drei Wochen da, auch mal über einen Monat, zu seinen Arbeitgebern gehören die Nationalballette von Tschechien, Korea, Norwegen, Finnland, Schweden und...
Zu viel Symbolik kann zum Hindernis werden. Can Arslan lässt seine Tänzer mit beleuchteten Würfeln hantieren, die größer und immer größer wiederkehren, dann baumeln plötzlich weiße Masken von der Decke, oder dunkle Geflechte anonymisieren einzelne Gesichter, es flackert das Stroboskop. Die Zutaten werden im Programmheft erklärt, hängen aber eher unverbunden in...
