Dresden: She She Pop «Hexploitation»

«Wenn ich mir diesen Arbeitsplatz nicht selbst geschaffen hätte, dann wäre ich von dieser Bühne schon längst verschwunden», konstatiert Johanna Freiburg ungefähr auf halber Strecke des Stücks. Vielleicht hat sie damit sogar recht. Sie ist mittlerweile auch schon um die 50, genau wie die anderen Mitglieder des Performancekollektivs She She Pop.

Die Mitglieder der Gruppe sind überwiegend Frauen (für diese Performance in wechselnder Besetzung: Sebastian Bark, Johanna Freiburg, Fanni Halmburger, Lisa Lucassen, Mieke Matzke, Illia Papatheodorou, Berit Stumpf) und diese erfahren ab einem gewissen Alter, so um die 50, auf der Bühne und in der Gesellschaft einen zunehmenden Bedeutungsverlust. Dann sind sie weder reproduktionsfähig noch leistungsstark. Das ist zumindest die Beobachtung, der die Performer*innen in ihrem jüngsten Stück nachgehen. «Hexploitation» heißt es und spielt an auf das Anfang der 1960er-Jahre begründete Filmgenre Hagsploitation. «Was geschah wirklich mit Baby Jane?», mit Bette Davis und Joan Crawford in den Hauptrollen – «two old washed-up broads», wie Jack L. Warner die Schauspielerinnen bezeichnete – gilt als Paradebeispiel einer ganzen Reihe von Filmen, in denen ...

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Tanz Januar 2021
Rubrik: Kritik, Seite 30
von Katrin Ullmann

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