Dresden: Kylián, Peck, Shechter «100° C»

Das Ballett der Semperoper setzt mit dem neuen Abend auf ein leicht verändertes Konzept, insofern weniger die Chronologie der gezeigten Stücke als eine dramaturgische Steigerung für «100°C» ausschlaggebend ist.  

Justin Pecks «Heatscape» (2015) ist eine beachtliche Arbeit, vor allem, wenn man bedenkt, dass der Choreograf gerade mal 30 Jahre alt ist. Die Europapremiere zeigt ein neoklassisches Ballett mit zeitgenössischer Rollenverteilung zwischen Mann und Frau – und eine lupenreine tänzerische Leistungsschau.

Vor einem bunten Mandala im Hintergrund treten die Tänzer in hellen Kostümen auf, jede Bewegung wird deutlich ausgestellt. Keine Frage, das Ensemble der Semperoper ist der Choreografie gewachsen. Die Arbeit birgt zwar inhaltlich keine Überraschungen, aber ihre Qualität schmälert das keineswegs. 

Kantiger und psychologisch komplexer fällt Jiří Kyliáns «Gods and Dogs» (2008) aus. Vor der wiederkehrenden Projektion eines Hundes in Schwarzweiß entwickeln sich faszinierende Konstellationen verschiedener Tänzer, die den Zuschauer in emotionale Tiefen ziehen. Die akustischen Störmomente, mit denen Dirk Haubrich ein Streichquartett von Beethoven bearbeitet, verstärken die getanzten ...

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Tanz Juli 2018
Rubrik: Kritik 7/18, Seite 39
von Rico Stehfest