Diego Tortelli

Newcomer

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Sein lebhafter Blick, klares Zeichen für den unablässig tätigen Intellekt, ist normalerweise vom Schirm der obligatorischen Basecap verborgen, die ihn als Geschöpf des globalen Großstadtdschungels ausweist. Vor 35 Jahren in Brescia geboren, empfand Diego Tortelli die Grenzen des Heimatlandes schon bald als zu eng für seinen unbändigen tänzerischen Experimentierdrang. Kurz vor dem Abschluss verließ er denn auch die Ballettschule der Mailänder Scala und sucht seitdem rund um den Globus nach künstlerischen Begegnungen, die seine choreografischen Visionen befeuern.

So traf er in Chicago auf Gustavo Ramirez Sansano, in Marseille auf Frédéric Flamand, in Barcelona auf Marcos Morau und in München auf Richard Siegal. Wie ein Schwamm saugt er jede Inspiration auf, die seine ganz persönliche Vorstellung vom Tanzen bereichern könnte, und er zählt die Lehrmeister gerne auf: «Édouard Lock hat mich gelehrt, wie man Schnelligkeit einsetzt, Siegal hat mir die unzähligen Herangehensweisen an die Technik vor Augen geführt, und Morau hat mir vorgemacht, wie kühn man die eigenen Fantasien entfesseln kann.»

Ihren Anfang nahm Tortellis Choreografenlaufbahn daheim in Italien, als er – nach einer ersten ...

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Tanz August/September 2022
Rubrik: Side-step, Seite 20
von Silvia Poletti

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