newcomer: naoko tanaka

Sie ist nicht neu. Newcomerin ist sie aber doch: als alleinige Performerin in ihrem eigenen Stück, das nur sie entwickelt hat, das zugleich eine Installation ist, worin sie «verschwinden» wird. In der «Scheinwerferin», die sie bei den «Tanztagen Berlin» herausbrachte, sitzen die Zuschauer in einem mit hellen Tüchern verhängten Raum, nicht weit entfernt von einem Küchentisch, auf dem eine Puppe liegt, die genauso aussieht wie sie: Naoko Tanaka bereist den kleinen Körper ­mit einer Taschenlampe und taucht dann unter.



Zum Geräusch eines fahrenden Zuges wirft sie den Schein. Auf Knien kraucht sie durch eine Landschaft von Zeug am Boden zu Füßen des Tischs. Auf der Leinwand hinten erscheint eine Art Film. Schatten wackeln sanft in einem großen Lichtspot. Erst verbogenes Besteck, dann ein Bahngleis, Gestrüpp, ein Zaun, bedrückend und faszinierend. Wenn ­Naoko Tanakas Haare das Bild säumen, scheint man mit ihren Augen zu schauen. Indem die Performerin den Mini-Scheinwerfer mit der Hand führt, die nie still steht, atmet das Bild, und die Erscheinungen sind nicht nur, was ein Blick aus einem Zugfenster heraus erhascht, sondern auch einer hinein in eine innere, organische Welt.

In dieser ...

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Tanz Mai 2011
Rubrik: menschen, Seite 28
von Melanie Suchy