alexandre achour

alexandre achour

hat – unter anderem – an der London Contemporary Dance School studiert. Er könnte demnach richtig und schön tanzen. Oder tanzen lassen. Lieber vertraut er aber auf die Imagination, und zwar die der Zuschauer. Die haben ja ohnehin immer schon alles gesehen, behaupten sie jedenfalls. Sollen sie sich doch ihren eigenen Tanz im Kopf ausmalen. Und wie Achour in «Speaking about the ghost» die Geister wachruft, das ist so klug konzipiert wie fantastisch inszeniert.

Partizipation hatte sich der in Berlin lebende gebürtige Franzose für seine Residenz am Hamburger K3 – Zentrum für Choreographie zum Forschungsthema gewählt. Werke aus einer auf Mitwirkung aufbauenden Performance-Kunst des vergangenen Jahrhunderts nahm er sich zum Gegenstand. Nur: Wie vermittelt man unmittelbar Erlebtes aus der Vergangenheit? Zumal, wenn man selbst nicht dabei gewesen ist.

Ziemlich clever verabschiedet sich der Choreograf von der Überlieferung der kollektiven Erfahrung. Erinnerung ist individuell und subjektiv. Aus überlieferten Dokumenten konstruiert er die eine Perspektive, erfindet eine Geschichte, die er von einer Person entlang ihrer Empfindung der Ereignisse vortragen lässt. Das Publikum sitzt sich ...

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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 156
von Irmela Kästner