Die Komponistin: Maria-Helena Buckley

Die Ex-Ballerina Maria-Helena Buckley sitzt in einem kleinen Café in Paris und ist ein bisschen nervös: Zum ersten Mal ist sie von ihrer Tochter, gerade drei Wochen alt, getrennt. Aber das Thema ist ihr wichtig: Die Tanzfotografie, sagt sie, prägt das Bild des Tanzes in unseren Köpfen.

Maria-Helena Buckley, Sie haben bis Juni 2009 20 Jahre lang in Berlin getanzt, an der Deutschen Oper, der Staatsoper und am Staatsballett. Zuletzt waren Sie Erste Solistin. Wie sollte es mit Ihrer Karriere nach der Karriere weitergehen? Hat Sie Fotografie interessiert?
Die Fotografie nicht wirklich, Bilder schon. Mein Vater ist Maler, ich bin mit Bildern aufgewachsen, mit Malerei. Ich vermute, dadurch ist ein bestimmter Stil und eine Sichtweise schon in meiner Kindheit geprägt worden – nicht unbedingt ein Talent. Talent ist wie beim Tanz ein ganz kleiner Teil.

Der Rest ist sehr viel Arbeit. Ich war mir sehr sicher, dass ich Ballettmeisterin werde, weil ich gern mit jüngeren Tänzern gearbeitet habe und ihnen etwas weitergeben wollte. Ich hatte sogar eine entsprechende Ausbildung angefangen. Als Tänzer wagt man ja sehr lange nicht daran zu denken, dass man eines Tages nicht mehr tanzt, und man kennt auch nichts anderes. Man wird zwar gefragt: Was machst du danach? Aber das ist, als wenn man gefragt würde – was machst du, wenn du nicht mehr atmen kannst. Surreal.

Hat Sie das irgendwann beunruhigt?
Ich wurde jedes Jahr nervöser, schließlich wird einem immer bewusster, was alles ...

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Tanz Jahrbuch 2013
Rubrik: Transition, Seite 116
von Marina Dafova

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