nicki liszta

nicki liszta

Nicki Lisztas Tanz tut weh. Im ganz realen Sinne, ihre Tänzer und Darsteller werfen sich auf den Steinboden, knallen gegen Wände, hangeln über Glasscherben. In Stuttgart, wo die freie Szene trotz geduldigen Päppelns durch die Stadt regelmäßig neben Ballettkompanie und Gauthier Dance untergeht, setzt die Choreografin abseits der gewohnten Off-Locations einen echten Kontrapunkt.

Ihre letzte Produktion spielte in einem entwohnten Mehrfamilienhaus im verrufensten Viertel der Stadt: Jede Wohnung, jeder Keller und selbst der abgewetzte Rasen bargen dunkle Geheimnisse, wie Voyeure jagte «A Piece of Cake» seine Zuschauer zwei Stunden lang durch fragwürdige Einzimmerparadiese und private Wohnhöllen. Gemeinsam mit ihren Co-Regisseuren Christian Müller und/oder Isabelle von Gatterburg inszeniert Liszta das Entsetzen unter der glatten Oberfläche, sie ist Meisterin im allmählichen Enthüllen schlimmer Erinnerungen. Immer wieder ist das Kindheitstrauma ihr Thema, die Grausamkeit innerhalb der Familie.

In «Forever Medea», dem Psychogramm einer Kindsmörderin, inszenierte sie sich selbst als «Oberhaupt der Motten» zwischen Anstalt und Kindergräbern, auch in «Phases» ging es ums Sterben. Das Grauen ...

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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 167
von Angela Reinhardt