ludvig daae

Ab und zu kommt es vor, dass uns das Einfache überrascht. Dass plötzlich, unter den vielen Vorstellungen an den vielen Spielstätten, die wir besuchen, eine Aufführung uns packt, von der wir es gar nicht erwartet hätten. Und uns vor Augen führt, dass wir eben doch längst noch nicht alles gesehen haben.

Ladies and Gentlemen: Darf ich Ihnen den norwegischen Tänzer und Choreografen Ludvig Daae vorstellen – ganz sicher eine der erfreulichsten Überraschungen der letzten Jahre! Sein erstes Solo, «MM» (2011/12), kommt wie eine Ars poetica daher: Es gibt einen ersten Einblick in ein Universum, in dem nicht nur eine ganz präzise Vorstellung von Gegenwärtigkeit in Zeit und Raum herrscht, sondern das sich selbst ausdrücklich als Metapher dessen begreift, was wir von einer Tanzperformance erwarten dürfen. Daae selbst erklärt, dass uns «MM» dazu einlädt, «Ludvig (26) dabei zu beobachten, wie er im Film mit sich selbst verhandelt, sich selbst reflektiert – ein künstlerischer Prozess, dessen Schöpfer und gleichzeitig auch Darsteller er ist». Aber wir sehen noch mehr: «MM» ist, in puncto Akkuratesse wie naiver Unschuld, ein kleines Juwel. Es enthüllt, wie sich ein Zwiegespräch zwischen Bewegung und ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2014
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 155
von Tiago Bartolomeu Costa