laurie young

laurie young

Für «Insideout», ein Raum-Tanz-Projekt von Sasha Waltz, bei dem die Performer sich selbst inszenierten, erfand Laurie Young eine grandiose Mikroszene: Sie drehte den Kopf zu einem unsichtbaren Gesprächspartner und antwortete: «No, I am Canadian». Indem sie die Frage wegließ («Are you Chinese?»), erschuf sie mit einem Satz, einer Geste einen kompletten Alltagskosmos von Missverständnis und Zumutung. Komplettieren durch Weglassen ist eine intelligente Erzählweise in der Literatur – und eben auch auf der Bühne.

Und heutzutage, wo im Leben wie im Theater alles bis zur Penetranz zerquatscht und breitgelatscht wird, ist sie eine rare Wohltat.

Laurie Young tanzte jahrelang bei Sasha Waltz & Guests (z. B. in «Allee der Kosmonauten», «Körper») – schon damals ist sie jedem aufgefallen, der Augen im Kopf und Schmetterlinge im Bauch hat. Als sie begann, selbst zu choreografieren, waren die Erwartungen hoch. Sie erfüllte sie mit fantasievollen, klug konzipierten Stücken, die unter schwierigen finanziellen Bedingungen entstanden und doch voller Freiheit und Kraft waren. Das gilt für den Weg vom frühen «OmU» (2007), einem Gruppenstück über die Lücke zwischen Original und Übersetzung, bis zum Solo ...

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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 184
von Renate Klett