jefta van dinther

jefta van dinther

Am Ende von «Grind» (2011) ließ uns der niederländische Choreograf Jefta van Dinther mit dem Gefühl zurück, um etwas betrogen worden zu sein. Vielleicht lag es daran, dass sein Licht- und Schattenspiel auf der lichtlosen schwarzen Bühne nur eine Versuchsanordnung sein wollte, um vermutetem Transzendentalen ausgerechnet durch Tanz eine materielle Gestalt zu verleihen. Doch schien er dabei deutlich an die Grenzen des choreografisch Machbaren zu stoßen.

Er produzierte eine Augentäuschung, verursacht durch ein technoides Arrangement, das auf der Gleichberechtigung von Tanz, Musik, Licht und Objekten beruhte. Was hier passierte, war nichts weniger als eine Neubestimmung der Bewegung des menschlichen Körpers. Ein Tanz, der sich allen Erwartungen entzog.

Mit «Plateau Effect» (2013) übertrug van Dinther die Gleichberechtigungs-Formel auf das renommierte Cullberg-Ballett. Diesmal setzte er neun Tänzer einer Bühne aus, die gleichstark mitspielte – erst durch einen mächtigen Vorhang, mit dem die Akteure wie Arbeiter kämpften, dann durch eine verschlungene Seilkonstruktion. Das riesenhafte Gebilde aus Schiffstauen machte aus Individuen ein verschworenes Kollektiv, eine Mannschaft, in der jeder ...

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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 159
von Tiago Bartolomeu Costa