der flüchtling

der flüchtling

Ein Lob auf die Einwanderung. Ein Lob auf diesen reichen Quell an Themen, den die Kriege, die Armut, die Gewalt zu uns tragen. Wir dürfen nun all diejenigen verehren, die es trotz Frontex und Triton hierher geschafft haben. Zwar formuliert die türkische Tänzerin Ceren Oran in München es lieber so: «Man bleibt trotzdem heimatlos, allein schon wegen der Bürokratie hier.» Aber derlei Unbill garantiert der Kunst auch erst die finanzielle Förderung, Aufmerksamkeit und Relevanz. Da wurde das Zentrum für politische Schönheit zuletzt zum Zentrum viraler Erregtheit.

Und kaum ein Förderantrag, der nicht den Zeigefinger nach Afrika ausstreckt.

Von einem Grand Hotel für Flüchtlinge in Augsburg bis zum staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahren gegen eine ecoFavela auf Kampnagel in Hamburg – die Kunst feiert ein Fest, und ihr Rohmaterial sind Flüchtlinge. Man darf sie wie Prominente interviewen in den «Asyl-Dialogen» am Staatstheater Braunschweig oder in einem «Brennpunkt X» am Saarländischen Staatstheater. Man kann sie casten für ein «Kunst-Asyl» am Berliner Maxim-Gorki-Theater, oder man reanimiert ihr Schicksal in einem interaktiven Parcours am Berliner HAU 3. Sie haben unseren Applaus verdient, ...

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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 160
von Arnd Wesemann